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Welcher Schaumstoff gehört ins Sitzkissen? Unsere Polsterung erklärt

In unseren gepolsterten Sitzkissen, Bankkissen und Wandkissen steckt Schaumstoff. Ob ein Polster auch nach Jahren noch bequem ist oder durchgesessen, entscheidet dieser Schaumstoffkern. Wir verwenden einen festen Komfortschaum mit 50 kg/m³ Raumgewicht und 7,8 kPa Stauchhärte. Was diese Zahlen bedeuten und warum wir uns genau dafür entschieden haben, erklären wir hier.

Geöffnetes Sitzkissen aus grauem Wollfilz mit 20 mm Schaumstoffkern RG 50/78, darunter Filzkissen in Rot und Blau

Blick ins Innere: 20 mm Komfortschaum zwischen zwei Lagen Wollfilz.

Zwei Zahlen, die mehr verraten als jedes Werbeversprechen

Wer Schaumstoff vergleichen will, braucht zwei Angaben: das Raumgewicht und die Stauchhärte. Beide stehen oft in einer Kurzform zusammen, bei uns lautet sie RG 5078.

Raumgewicht (RG) gibt an, wie viel ein Kubikmeter des Schaums wiegt. RG 50 heißt also 50 kg pro Kubikmeter. Je höher das Raumgewicht, desto mehr Material steckt im Schaum. Das macht ihn formstabiler und langlebiger.

Stauchhärte (SH) gibt an, wie fest sich der Schaum anfühlt. Gemessen wird der Druck in Kilopascal (kPa), der nötig ist, um eine Probe auf 40 % ihrer ursprünglichen Dicke zusammenzudrücken. Die „78“ in unserer Bezeichnung steht für 7,8 kPa.

Faust drückt in eine Platte aus festem Komfortschaum RG 50/78

Stauchhärte zum Anfassen: Wie fest ein Schaum ist, spürt man sofort.

Der häufigste Irrtum: Schwerer Schaum ist automatisch harter Schaum. Das stimmt nicht. Raumgewicht und Härte sind weitgehend unabhängig voneinander. Es gibt schweren, weichen Schaum und leichten, festen Schaum. Wer nur auf eine der beiden Zahlen schaut, weiß deshalb nur die halbe Wahrheit.

Übrigens: Schaumstoff wird in großen Blöcken geschäumt, und dabei spielen Rohstoffe und sogar das Raumklima eine Rolle. Deshalb ist bei beiden Werten eine Toleranz von bis zu ±15 % normal.

Warum ein gutes Polster festen Schaum braucht

Ein gutes Polster muss zwei Dinge können: beim Hinsetzen nachgeben und trotzdem tragen. Darüber entscheidet vor allem die Qualität des Schaums.

Ein weicher Schaum würde beim Hinsetzen fast vollständig zusammengedrückt, und du säßest im Grunde wieder auf dem Holz der Bank. Fachleute sagen dazu „durchsitzen“. Mit der Zeit verstärkt sich das, weil weicher Schaum sich an stark belasteten Stellen dauerhaft verdichtet. Es entstehen Kuhlen.

Ein fester Schaum gibt beim Hinsetzen spürbar nach, trägt aber das Körpergewicht, bevor er ganz zusammengedrückt ist. So bleibt auch nach einem langen Abendessen ein Polster zwischen dir und der Bank.

5-kg-Gewicht auf 20 mm festem Komfortschaum RG 50/78

5 kg auf RG 50/78: kaum eine Delle.

Wie wir uns für diesen Schaum entschieden haben

Wir haben verschiedene Schaumqualitäten in unseren Kissen ausprobiert und im Alltag getestet. Unser Maßstab war einfach: Das Kissen soll beim Hinsetzen angenehm nachgeben, beim langen Sitzen tragen und nach Jahren noch so aussehen wie am ersten Tag.

Weichere Qualitäten fühlten sich im ersten Moment gemütlicher an, gaben bei 20 mm aber zu schnell nach. Härtere Qualitäten trugen gut, waren aber so fest, dass das Kissen kaum noch einen Unterschied zur blanken Bank machte. RG 50/78 war für uns die beste Balance aus Komfort und Stabilität.

Wie sich RG 50/78 einordnet

Wie gut ein Polster ist, siehst du von außen nicht. Es hängt davon ab, welcher Schaum im Inneren steckt.

In Sitzpolstern findet man häufig Schaum mit einem Raumgewicht um 35 kg/m³ und einer Stauchhärte um 5 kPa. Das ist eine solide Standardqualität. Unser Schaum liegt mit RG 50 und 7,8 kPa deutlich darüber: dichter und fester. Das Ergebnis ist ein Kissen, das dauerhaft trägt und seine Form behält.

 

Übliche
Standardqualität

Unser Schaum

Raumgewicht

ca. 35 kg/m³

50 kg/m³

Stauchhärte

ca. 5 kPa

7,8 kPa


Warum nicht Polsterwolle, Latex oder Memory-Schaum?

Jede Füllung hat ihre Stärken. Für ein Sitzkissen, das jeden Tag benutzt wird, hat uns fester Komfortschaum am meisten überzeugt.

Wollfüllung oder Polsterwolle klingt nach der natürlichsten Lösung. In der Polsterei wird Polsterwolle aber vor allem als Zwischenschicht eingesetzt: Sie liegt zwischen Schaumstoff oder Federkern und Bezug, rundet Kanten ab, gleicht Unebenheiten aus und schützt den Bezugsstoff vor Abrieb. Das Tragen und Federn übernehmen darunter Federn, Gurte oder Schaumstoff. Als alleinige Füllung eines Sitzkissens gibt Wolle zwar nach, federt aber kaum zurück.

Dazu kommt: Beim Sitzen wirken Druck, Körperwärme, Feuchtigkeit und Reibung auf die Wolle. Das sind genau die Bedingungen, unter denen Wolle verfilzt. Die Füllung verdichtet sich deshalb mit der Zeit immer weiter, vor allem dort, wo am meisten gesessen wird. Anders als ein Kopfkissen lässt sich verfilzte Wolle nicht mehr aufschütteln oder auflockern, denn Verfilzen ist nicht umkehrbar. Das Polster wird flacher, härter und ungleichmäßig. Was wir bei unserem Wollfilz außen bewusst nutzen, ist im Inneren eines Polsters ein Nachteil.

Bei unseren Sitzkissen braucht es diese Zwischenschicht nicht. Polsterwolle schützt normalerweise einen gewebten Möbelstoff davor, sich innen am Schaum aufzuscheuern. Unser Bezug ist aber kein dünnes Gewebe, sondern dichter Wollfilz mit 3 mm oder Leder mit rund 3,5 mm. Beide Materialien haben keine Fäden, die sich durchreiben können, und sind robust genug, um direkt auf dem Schaum zu liegen. Auch zum Abrunden der Kanten braucht es keine Watte: Der kräftige Bezug gleicht die Schnittkanten des Schaums selbst aus und legt sich glatt darüber.

Latex ist sehr elastisch und langlebig. Er ist aber deutlich schwerer und teurer als Komfortschaum und fühlt sich eher federnd als stützend an. Naturlatex verwenden wir trotzdem gern: als rutschhemmende Beschichtung auf der Unterseite.

Memory-Schaum (viskoelastischer Schaum) passt sich dem Körper an und kehrt nur langsam in seine Form zurück. Er reagiert außerdem auf Temperatur: In der Kälte wird er fest, in der Wärme weich. Das ist ideal für Matratzen. Auf einer Bank, auf der man sich setzt, aufsteht und hin- und herrutscht, und die im Winter vielleicht im kalten Flur oder Wintergarten steht, spielt er diese Stärken kaum aus.

Fester Komfortschaum bleibt formstabil, fühlt sich bei jeder Temperatur gleich an und gibt die Form sofort zurück, wenn du aufstehst. Genau das braucht ein gutes Bankkissen oder Sitzkissen.

Ja, im Kern steckt Schaumstoff – und darum

Wir setzen außen konsequent auf Wollfilz statt auf Kunstfaser. Da ist die Frage berechtigt, warum im Inneren Schaumstoff steckt. Unsere ehrliche Antwort: weil er das Kissen langlebig macht.

  • Kein Abrieb nach außen: Der Schaum ist rundum von Wollfilz umschlossen. Du sitzt auf Wolle, und nur Wolle reibt sich ab.
  • Lange Nutzung statt Wegwerfprodukt: Ein Kissen, das seine Form behält, muss nicht nach kurzer Zeit ersetzt werden. Das schont Ressourcen mehr als jede Füllung, die schnell nachgibt.
  • Sortenrein trennbar: Am Ende seiner Nutzungszeit lässt sich das Kissen einfach an der Naht auftrennen. Filz und Schaum können dann getrennt entsorgt werden.

Warum lange Kissen ab 205 cm zweiteilig gepolstert sind

Schaumstoff wird in Platten mit festen Maßen geliefert. Ist ein Kissen länger als die Platte, setzen wir die Polsterfüllung aus zwei Stücken zusammen. Das betrifft Kissen ab 205 cm Länge.

Von außen siehst du davon nichts: Der Filzbezug ist durchgehend, und die Sitzfläche bleibt eben.

Kurz zusammengefasst

  • Alle unsere Sitzkissen, Bankkissen und Wandkissen haben 20 mm Komfortschaum RG 5078: 50 kg/m³ Raumgewicht, 7,8 kPa Stauchhärte.
  • Raumgewicht steht für Haltbarkeit, Stauchhärte für Festigkeit. Das eine sagt nichts über das andere.
  • Ein gutes Polster braucht festen Schaum, sonst sitzt man in kurzer Zeit wieder auf hartem Untergrund.
  • Der Schaum ist rundum in den Filz eingeschlossen und lässt sich am Ende sortenrein trennen.

Du willst wissen, wo wir die Polsterung einsetzen? Hier geht es zu unseren Sitzkissen, zum Bankkissen & Sitzkissen nach Maß aus Filz, zum Bankpolster nach Maß mit Absteppung, zu den Bankauflagen und zu unseren Wandkissen.

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